Mats und das Rätsel der flüsternden Laterne

Noch keine Gute-Nacht-Geschichte für heute Abend? Wir haben da mal was vorbereitet…

Wie aus dem Nichts verschwindet das Schlummerlicht des Waldes. Ob Mats das Rätsel lösen kann, damit seine Freunde wieder beruhigt schlafen gehen können?

Unten findet ihr sowohl das Transkript zum Download, als auch die Geschichte zum Anhören auf Spotify, YouTube Music und Apple Music. 

Mats und das Rätsel der flüsternden Laterne

Tief im Funkelwald, versteckt zwischen leuchtenden Pilzen und uralten Eichen, herrschte jeden Abend ein ganz besonderes Ritual. Während in den Baumwipfeln die Vögel an ihren Nestern arbeiteten, sorgte im Funkelwald der kleine Dachs Mats für Ordnung. Mats trug immer eine etwas zu große, blau-weiß gestreifte Mütze und war bekannt dafür, dass er alles reparieren konnte – ganz egal, ob ein wackeliger Käferstuhl oder ein verheddertes Spinnennetz. Seine wichtigste Aufgabe aber war das Hüten des Schlummerlichts. Diese goldene Laterne hing an einem silbernen Ast in der Mitte des Waldes und verströmte ein Licht, das so sanft war, dass jedes Tier augenblicklich wusste: Es ist Zeit, sich einzukuscheln und zu schlafen. Doch eines Abends, als die Sonne gerade hinter den Hügeln verschwunden war, passierte etwas Unerwartetes.

Mats stand vor dem leeren Ast und rieb sich ungläubig die Augen. Das Licht war weg! „Huch?“, piepste seine beste Freundin Fina, eine flinke Waldmaus, die ihre Lupe bereits einsatzbereit in der Pfote hielt. „Mats, schau doch! Der Ast ist leer. Wenn das Schlummerlicht nicht bis zur Schlafenszeit zurück ist, werden die Hasenkinder weinen, weil sie ihre Betten nicht finden und die Rehe werden vor Schreck über ihre eigenen Hufe stolpern!“ Mats erinnerte sich an ein Versprechen, das er einmal im Wald-Club gegeben hatte: „Solange ich hier bin, wird keiner traurig! Wir finden eine Lösung – versprochen!“. Mit diesem Mut im Herzen machten sich die beiden auf den Weg. Sie suchten im dichten Gebüsch, klopften an hohle Baumstämme und inspizierten sogar den Boden, ganz so, wie Luna und Sol einst nach der heruntergefallenen Sternschnuppe gesucht hatten.

„Habt ihr vielleicht das Schlummerlicht gesehen?“, fragte Mats eine Gruppe Glühwürmchen, die aufgeregt um einen Busch wirbelten, doch sie schüttelten nur ihre leuchtenden Hinterteile. Die Suche führte sie quer über das Waldgelände, vorbei an der alten Brücke bis hin zum schattigen Farn-Labyrinth. Plötzlich hörten sie ein leises Schniefen, das aus dem Bau von Grummel-Gisbert, dem alten Feldhamster, drang. Vorsichtig lugten sie durch den Eingang. Dort saß Gisbert auf einem Berg aus Vorräten und hielt das goldene Schlummerlicht fest in seinen zittrigen Pfoten. Er versuchte, es mit einer alten Decke zuzudecken, damit kein einziger Strahl nach draußen drang. „Gisbert!“, rief Mats erstaunt. „Warum hast du das Licht stibitzt? Das ist doch kein Spielzeug für einen allein!“

Gisbert blickte beschämt zu Boden. „Es tut mir leid“, murmelte der Hamster und eine kleine Träne rollte über sein Fell. „Ich hatte so große Angst im Dunkeln. Ich dachte, wenn ich das Licht für mich behalte, muss ich mich nie wieder fürchten.“ Fina trat einen Schritt vor und sprach mit sanfter Stimme: „Aber Gisbert, schau mal hinaus. Weil du das Licht für dich allein wolltest, haben jetzt alle anderen Tiere Angst. Unser Schlummerlicht leuchtet doch im ganzen Wald jede Nacht für uns alle“. Mats nickte eifrig und kramte in seiner Tasche. Er holte drei glitzernde Bergkristalle hervor, die er im Bach gefunden hatte. „Hier, Gisbert. Diese Steine fangen das Licht des Tages ein und leuchten nachts ganz allein für dich in deinem Bau. Jetzt musst du dich nicht mehr fürchten. Aber die Laterne, die gehört uns allen“.

Gisbert sah die funkelnden Steine an und begriff, dass er nicht allein sein musste. Gemeinsam trugen sie das Schlummerlicht zurück zum silbernen Ast. Mit vereinten Kräften – Mats mit seiner Geschicklichkeit und Gisbert mit seiner Hamsterkraft – hängten sie die Laterne wieder auf. In diesem Moment flammte das Licht heller auf als je zuvor und tauchte den Funkelwald in ein warmes, goldenes Meer. Ein tiefer Frieden legte sich über die Bäume. Die Tiere, die zuvor ängstlich gewartet hatten, kuschelten sich nun zufrieden in ihre Nester. Mats rückte seine Mütze zurecht und lächelte seinen Freunden zu. Er hatte gelernt, dass man manchmal nur genau hinsehen muss, um zu verstehen, warum jemand einen Fehler macht – und dass ein starkes Team selbst das dunkelste Problem lösen kann.

Bild von Tobi Wilke
Tobi Wilke

Seit 2014 ist Tobi ein Teil des Familotel Sonnenpark, wo er heute als Social Media Manager tätig ist. Seine Leidenschaft für digitale Trends und innovative Projekte spiegeln sich in seiner Arbeit unter anderem in dem Sonnenpark Blog und der App wider.
In seiner Freizeit begeistert er sich für Technik, Fotografie und alles rund um Kaffee.

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